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Bikal

Am nördlichen Rande des Komitats Baranya, in der Nähe der Grentze zum Nachbarkomitat Tolna liegt das Dorf Bikal, dessen Geschichte sieben Jahrhunderte umfasst und bis in die 1330er Jahre zurückgeht.

Puchner Kastély
Der ursprüngliche Name von Bikal war "Bükk-al", was so viel bedeutet, wie" Unterhalb des Buchenwaldes". Daraus entwickelte sich dann der heutige Name Bikal. Das esrte urkundliche Zeugnis stammt aus dem Jahre 1325, unter dem Namen Villa Bykol.

Die Quellen aus dieser Zeit geben uns wenig genaue Daten über die mittelalterliche Ortschaft und über ihre Bewohner. Vielmehr Informationen gibt es über die Grundbesitzerfamilien der Gegend ( das Geschlecht Szente-Mágocs, die Familien Treutel, Cseh und Országh).

Die türkischen Heere erreichten in der Mitte der 1540er Jahre die nördlichen Hänge des Gebirges Mecsek, und belagerten sie.

Historisches aus der Frühgeschichte der Umgebung von Bikal: Im März 1542, als Imre Werbõczy von den Verwüstungen des Türken Kaszon Beg Nachricht erhielt, nahm er aus der Burg Szász mit 225 Reitern und 200 Infanteristen die Verfolgung des Türken auf, und bei Kozár kam zum Zusammenstoß, wobei Werbõczy den Türken besiegt hat. Sie enthaupteten 90 Türken und befreiten deren ungarische Gefangenen.

Das traurige Schicksal der anderthalb Jahrhunderte lang unter dem Druck der zwei Herren und der zweifachen Steuerzahlung lebenden Bevölkerung, die an Zahl immer wieder einbüßte, erreichte am Ende des 17. Jahrhunderts seinen Tiefpunkt. Infolge der Rückeroberungskriege (1686-1687) wurde dann die ganze Gegend entvölkert.

Von den türkischen Steuerlisten aus den Jahren 1565 und 1582 haben folgende Personen in Bikal Steuer bezahlt: Imre Fazokos, Pál Tót, Tamás Bozai, Dimitre Petõ, Gyögy Petõ, István Balik, János Birányi, Petre Bekõ, Benedek Vár und Bálint Kovács.

Nachdem der König den Ort zuerst an die Familien Rindsmaul und Petrovszky vergeben hatte, ließen sich hier kroatische und deutsche Siedler nieder. Die Siedler und ihre Nachkommen führten moderne Wirtschaftsmethoden besonders im Tabakanbau ein.

Puchner Kastély

Nach dem Überlieferungen hat Bikal auch schon früher eine Kirche gehabt, aus den verbliebenen Aufzeichnungen wissen wir, dass 1726 ein kirchliches Gebäude aus "Lehm und Holz" bestand. Seit diesem Jahr gibt es in Bikal jedenfalls ein kirchliches Standesregister.

Die katolische Kirche wurde dank der Opferbereitschaft des Priesters Mihály Winkler am 26. Juli 1797 der Heligen Anna geweiht. Die größte lutherische Gemeinde der ganzen Gegend konnte endlich 1869 ihre eigene Kirche erbauen.

Entsprechend einer wissenschaltlichen deutschen Aufzeichnung aus dem Jahre 1833 ist Bikal ein kroatisch-deutsches Dorf mit 147 Häusern und 1032 Einwohnern. Sie haben auf fruchtbarem Boden gewirtschaftet.

Am Ende der 1840er Jahre erbaute Baron Anton Puchner, der neue Grundbesitzer von Bikal ein neues Schloss. Sein heutiges Aussehen bekam das Gebäude nach mehreren Umbauten am Ende des 19. Jahrhunderts.

In der Zeit der bürgelichen Umwälzung nahm sowohl die Einwohnerzahl als auch das wirtschaftliche Potenzial des Dorfes zu. Ein weiteres Merkmal dieser Zeit ist die Stärkung der deutschen Einflüsse.

Zum Freiheitskampf 1848-49 hat auch Bika einige Soldaten gestellt. Ihre Namen sind: Henrik Hermann Hauptmann, Fülöp Khél, János Gayer, Henrik Hempler, György Haz, Péter Graf, János Juhász, Mátyás Czinderits Honveds.

Die Eisenbahnlinie erreichte den Ort nicht. Das und die im allgemeinen schlechten Verkehrsbedingungen hinderten die Siedlung an der Entwicklung und an der Teilnahme am Fremdenverkehr. Das Dorf lebte weiterhin vor allem von der Landwirtschaft. Als Sitz des Kreisnotariats hatte es jedoch einen gewissen Rang unter den umliegenden Dörfern.

In Bildungsangeigenheiten spielten die zwei konfessionellen (die katolische und die lutherische) Schulen eine große Rolle. Es gab nur ein bescheidenes gesellschaftliches Leben, die Tätigkeit des Lesekreises von Bikal (1903-1938) ist jedoch zu erwähnen.

Puchner Kastély


Der zweite Weltkrieg forderte 75 Todesopfer, die entweder in den Kämpfen oder in Kriegsgefangenenlagern starben. Ihr Andenken ist durch ein Denkmal in der Mitte des Dorfes verewigt.Einen weiteren unermessbaren Schaden richtete in der Geschichte des Ortes die Vertreibung der deutschstämmigen Einwohner an. In den Jahren 1947-48 mussten mehr als 240 Dorfbewohner nach Deutschland umziehen. An die Stelle der Vertriebenen kamen einerseits ungarische Familien, die die Tschechoslowakei verlassen mussten, andererseits Siedler aus dem Komitat Zala, und aus Hódmezõvásárhely.

Die Bevölkerung des Ortes veränderte sich maßgebend, die neue Staatsordnung brachte auch neue Besitzverhältnisse mit sich. Nach der Bodenverteilung kam es zur Gründung von Landesproduktionsgenossenschaften. 1949 wurde das größte Landwirtschaftbetrieb der Gegend mit Sitz in Bikal ins Leben gerufen. Von da an war das Schicksal des Ortes und des Betriebs eng miteinander verknüpft. Beweise der hervorragenden Entwicklung sind unter anderen: feste Straßen im ganzen Dorf, zentrale Wasserversorgung, ein ganz neues Siedlungsgebiet (die Jugendsiedlung), das auch heute noch zeitgemäße moderne Schulgebäude und Kindergarten. Die Entwicklung der Landwirtschaft sicherte den Wohlstand des Dorfes und seiner Einwohner. Berühmt wurde der Obst -und Hopfenanbau, die Fisch -und Kaninchenzucht. Die Bevölkerung betrug damals über 1100 Seelen.

Das politische Systemwechsel führte zur Auflösung des Landwirtschaftsbetribes (1994). Aufgrund dessen kam die Entwicklung zum Stillstand, die Seelenzahl hat auf 892 Seelen abgenommen. Dieser Abwärtstrend brachte es mit sich, dass die beiden Schulen von Bikal und Egyházaskozár im Jahre 1998 zusammengelegt wurden.

Den Ausweg für die Siedlung könnten die lebensfähigen Kleinunternehmen bedeuten. Die sind einerseits in der traditionellen Landwirtschaft und in der Lebensmittelindustrie tätig, andererseits im Handel.

Das Schloss Puchner wird als Hotel und Konferenzstätte genutzt. Mit seiner ruhigen Umgebung und mit dem in der jüngsten Vergangenheit eröffneten Thermalbads zusammen sind für den Aufschwung des Fremdenverkehrs alle Voraussetzungen gegeben.

 
Markcon 2004